Hochbegabtenförderung

Das Aachener Modell (Kurzbeschreibung)

Vor etwas mehr als vier Jahren ist mit Beginn des Schuljahres 2003/2004 das ,Aachener Modell" an den Start gegangen. Seitdem erhielten hoch begabte und besonders begabte Kinder zuerst an sechs Modellgrundschulen (seit 2007 an weiteren Grundschulen) in Kreis und Stadt Aachen eine spezielle Förderung. Das Projekt wird federführend von der Bürgerstiftung, aber auch von der Kulturstiftung (für den Kreis Aachen) und vom Jugendförderungswerk (für die Stadt Aachen) der Sparkasse Aachen unterstützt.

lndividuelle Förderung an Modellschulen:
ln den sechs Grundschulen (GGS Am Höfling, KGS Kornelimünster, Montessorischule Reumontstraße, GGS Herzogenrath-Pannesheide, Don-Bosco-Schule Eschweiler und GGS Würselen-Morsbach) werden verschiedene, bewährte Formen der Hochbegabtenförderung eingesetzt. Dazu zählen Akzeleration, Enrichement oder auch (zeitweise) Grouping. Die Schulen haben bei der Auswahl der Fördermaßnahmen, die sie in ihren Klassen einsetzen, großen Gestaltungsspielraum. Die Lehrerinnen und Lehrer wurden bei Projektbeginn entsprechend geschult.

Seit dem Schuljahr 07/08 ist das Aachener Modell auf 11 weitere Grundschulen aus Stadt und Kreis Aachen ausgeweitet worden.

lntegration statt Ausgrenzung:
Die Förderung der hochbegabten Kinder findet im Wesentlichen innerhalb des Klassenverbandes statt, eine Separierung wird bewusst vermieden, vielmehr profitieren auch die anderen Kinder von einem offenen, anspruchsvollen Unterricht.

Außerschulische Förderung mit regionalem Schwerpunkt:
Die Förderung erstreckt sich auch auf den außerschulischen Bereich - durch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen und lnstitutionen. Ein regionaler Schwerpunkt entsteht durch die Kooperation mit den hiesigen Hochschulen, vor allem im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.

Die RWTH Aachen hat in Kooperation mit den Fachbereichen Mathematik (Prof. Triesch), Chemie (Prof. Blümich) und Informatik (Prof. Seidl) für die besonders begabten Grundschüler/innen ein spezielles Lernangebot entwickelt.

Qualitätsentwicklung und Schulmanagement:
Die didaktisch-methodische Gestaltung des Pilotprojektes wirkt als innovativer Faktor für die Begabtenförderung in der Grundschule. Der Transfer der Ergebnisse leistet einen Beitrag für die Qualitätsentwicklung des Unterrichts in allen Grundschulen.

Know-how-Transfer durch schulische Netzwerke:
Die Modellschulen lernen voneinander, unterstützen sich und stimmen ihre Angebote aufeinander ab. Sie bilden vor Ort ein Subnetz, das dem ,,Netzwerk innovativer Schulen in Deutschland" bei der Bertelsmann Stiftung angehört. Ziel dieses Know-how-Transfers ist es, dass immer mehr Grundschulen in Stadt und Kreis Aachen ihre hoch begabten Kinder in ihrer Schule angemessen fördern können.

Wissenschaftliche Bewertung:
Das ,,Aachener Modell" erfährt eine wissenschaftliche Begleitung: eine empirische Beobachtungsreihe der geförderten Kinder über ihre gesamte Grundschulzeit ist vorgesehen (z. B. Untersuchung von Motivation und Schulleistung). Sie erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Erziehungswissenschaften der RWTH Aachen (Prof. Lewalter).

Kooperation der Projektpartner:
Das auf vier Jahre angelegte ,,Aachener Modell" ist ein Kooperationsprojekt, das gemeinsam von Stadt und Kreis Aachen durchgeführt wird. Eine Projektgruppe, bestehend aus den Schulleiterinnen der Modellschulen, der Schulaufsicht, der Schulverwaltung und dem Schulpsychologischen Dienst, gewährleisten Projektmanagement und Transfer zu den anderen Schulen.

Kooperationspartner sind die Bertelsmannstiftung mit beratender Funktion und die Bürgerstiftung der Sparkasse, die operativ unterstützt und das Projekt finanziell ermöglicht.

 

Begabtenförderung in der Don- Bosco-Schule, Eschweiler in 07/08 Arbeit mit den Schülern und Schülerinnen:

Deutsch:

Lesefrühförderung: lesestarke Kinder der 1. Schuljahre werden klassenübergreifend gefördert (Modul: Lesefrühförderung)

Lesen: ab dem 2. Schuljahr wird in vielen Klassen die Arbeit mit dem Lesetagebuch und/oder mit der Leserolle eingeführt

Kurzbeschreibung: Die Module zur Leseförderung sind besonders gut geeignet, Kinder da abzuholen, wo sie sich in ihrer Entwicklung befinden und sie individuell sowohl zu fördern als auch zu fordern. Bei der Lesefrühförderung werden Kinder nach Leistungsgruppen zusammengefasst, in ihrer Entwicklung unterstützt und weitergebracht. Der offene Rahmen bietet viele Möglichkeiten der individuellen Ausgestaltung. Durch die Freiheit der Buchauswahl beim Lesetagebuch und die Vielzahl der Aufgabenstellungen hat jedes Kind die Möglichkeit, auf seinem Leistungsniveau zu arbeiten. Hier ist keine Trennung der Kinder in Gruppen erforderlich, jedes Kind einer Klasse arbeitet mit "seinem" Buch zu einer festgelegten Zeit (oder auch im Wochenplan) im selbstgewählten Tempo. Da die Aufgabenstellung offen ist, bieten sich dem besonders begabten Kind ausreichend Anforderungen. Es hat sich herausgestellt, dass diese Art des Arbeitens Kindern mit hohem Leistungspotential sehr entgegen kommt und sie entsprechend fordert.

Sommer-Stumpenhorst: Ab dem 1. Schuljahr wird in allen Klassen mit dem Material von N. Sommer- Stumpenhorst oder anderem Leselernmatrial gearbeitet, das die individuelle Leseförderung möglich macht.

Mathematik:

Knobelkurs: Die leistungsstarken Kinder der 2. Schuljahre arbeiten einmal wöchentlich im Rahmen des Mathematik-Förderunterrichtes an kniffligen math. Inhalten (Materialien zur Geometrie, wie Soma-Material,Mathe für kleine Asse,)

Teilnahme an math. Wettbewerben: Die begabten Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen des Förderunterrichts (1 Stunde wöchentl.) auf die Teilnahme an den Wettbewerben: "Känguru" und "Mathe-Olympiade" vorbereitet und nehmen mit großem Erfolg teil.

 

Kreativitätsförderung (Ludwigforum in Aachen) Kurse für besonders begabte Kinder von Klasse 2-4

Kunstkurs an der Don-Bosco-Schule in Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Forum Aachen

Malen, Zeichnen, Gestalten – all das ist möglich in den Kunstkursen, die im Rahmen des Aachener Modells an der Don-Bosco-Schule stattfinden.

Begabte Kinder der zweiten, dritten und vierten Jahrgangsstufe treffen sich einmal in der Woche, um in zwei Schulstunden intensiv kreativ zu arbeiten und dabei neue Materialien und neue Themen zu entdecken.

Die Schülerinnen und Schüler werden von einer Museumspädagoginnen des Ludwig Forums für Internationale Kunst betreut und gefördert.
Geschichten, die Alltagswelt der Kinder, Musik, Natur und Jahreszeiten sind Themen, die spielerisch erarbeitet werden. Daneben steht die Begegnung mit Kunstwerken und Künstlern des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt der Kurse.
Sie eröffnet den Kindern eine neue, sehr spannende Bilderwelt, die viel Anregung für ein eigenes künstlerisches Arbeiten bietet. So entstehen zum Beispiel Zauberer aus Draht und Zeitung, Malereien aus Erde und Gewürzen, aber auch Landschaften nach Kandinsky, Nolde oder Klee.


Arbeit mit den Modulen zur Mathematik/Deutsch/Sachunterricht
(vergl.
www.aachener-modell.de )

Förderung von Begabungen im Ganztag: Durchführung eines Computer-Kurses Kreativ- Förderung (Mitarbeiter des LuFo)

Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Forum in Aachen und der RWTH Aachen

 

Arbeit im Lehrerkollegium:

 

Ausstellung im Ludwig-Forum

Im Juli lief im Ludwig-Forum eine Ausstellung, in der die Kinder, die an der Kunstförderung des Ludwig-Forums teilgenommen haben, ihre Kunstwerke zeigten.

Die Ausstellung wurde am 1. Juli eröffnet. Teilnehmen alle Schulen des Aachener Modells.

Die Bürgerstiftung für die Region Aachen machte diese Ausstellung und weitere Aktionen erst möglich.

Bilder ...


      


      

Gipsfiguren zur Ausstellung Natalya Nesterova, Draht, Gips, bemalt; Herbst 2004

Berretz, Hertel, Klumpp, Krauthausen, Meisenberg,

Palmen, Tesch, Weishaupt, Wilhelms(J.+L.)



Weitere Informationen zum Aachener Modell erfahren Sie unter:

www.aachener-modell.de
www.literaturbuero.emr.de
www.sparkasse-aachen.de

Auch die Bertelsmann-Stiftung unterstützt das Aachener Modell.